Hilfe für die Mitmachmenschen
Die Stadtwerke Gießen unterstützen die Werkstattkirche mit einer Spende von 5.000 Euro.
Sie reparieren Elektrogeräte und vermeiden so problematischen Abfall, unterstützen bedürftige Menschen in der Nordstadt, organisieren Spiel-, Bastel- und Vorleseaktionen für Kinder oder bringen Menschen bei einem sonntäglichen Mittagessen zusammen – die Rede ist von den rund 20 Ehrenamtlichen, die sich unter dem Dach der Werkstattkirche Gießen für das Gemeinwohl in der Gießener Nordstadt engagieren. Indem sie Menschen im Alltag unterstützen, etwas gemeinsam mit ihnen erledigen oder einfach miteinander ins Gespräch kommen. Dabei verfolgen sie immer auch das Ziel, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. „Die Arbeit der Werkstattkirche ist nicht hoch genug einzuschätzen und verdient unser aller Anerkennung. Genau die möchten wir mit unserer diesjährigen Weihnachtsspende zum Ausdruck bringen“, erklärt Ulli Boos, Unternehmenssprecher der Stadtwerke Gießen (SWG).
Tatsächlich haben die Verantwortlichen bei den SWG schon 2015 entschieden, die bis dato üblichen Weihnachtspräsente für Geschäftspartner zu streichen und mit den so freiwerdenden finanziellen Mitteln soziale Einrichtungen zu unterstützen. Inklusive der diesjährigen Weihnachtsspende an die Werkstattkirche kamen so schon 55.000 Euro für verschiedene gute Zwecke zusammen.
Umfunktioniertes Gotteshaus
Der Name Werkstattkirche ist Programm. Denn die Mitmachmenschen – so nennen sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer selbst – agieren von der ehemaligen Neuapostolischen Kirche in der Ederstraße aus. Hier reparieren technisch versierte Rentner jeden Mittwoch zwischen 14.30 und 16.30 Uhr defekte Elektrogeräte. „Unser Reparaturtreff ist eines unserer wichtigsten Angebote“, erzählt Christoph Geist. Er und Sozialarbeiterin Bärbel Weigand haben die Werkstattkirche vor 13 Jahren aus der Taufe gehoben und das Angebot zusammen mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern weiterentwickelt. In einer Kooperation mit der Gesamtkirchengemeinde Gießen Nord und dem Nordstadtzentrum wurde Ende 2022 das Projekt „Supp‘ un‘ Schwätze“ ins Leben gerufen. Jeden Monat gibt es an einem Sonntag ein offenes Angebot zum gemeinsamen Essen. Im Sommerhalbjahr findet dieses im Hof der Werkstattkirche statt. Hier servieren die Mitmachmenschen eine leckere, frisch gekochte Suppe. Wie der Name andeutet, steckt aber mehr dahinter als ein gutes Essen. „Wir bringen die Menschen zusammen und ins Gespräch. Das ist wichtiger denn je“, erklärt Bärbel Weigand und präzisiert: „Einige unserer Gäste sind jedes Mal dabei. Mangels Geld kommen sie sonst nicht unter Leute. Genau das macht „Supp‘ un‘ Schwätze“ zum probaten Mittel, dem Problem der wirtschaftlich induzierten Vereinsamung entgegenwirken.“
Auf Spenden angewiesen
Für ihre Arbeit bekommt die Werkstattkirche Zuschüsse von der Stadt Gießen und der evangelischen Kirche. Damit lässt sich aber nur ein Teil der laufenden Kosten, etwa für Miete, IT oder Energie decken. „Die 5.000 Euro der SWG kommen gerade recht. Damit können wir viel Gutes bewirken“, führt Bärbel Weigand weiter aus.
Selbstverständlich freuen sich die Mitmachmenschen über weitere Unterstützung. Wer spenden möchte, findet alle nötigen Angaben unter www.werkstattkirche.de.