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27.11.2025

Antworten auf drängende Fragen

Die Stadtwerke Gießen informierten bei den Kommunalen Energietagen Verantwortliche aus den Städten und Gemeinden des Landkreises über aktuelle Themen der Daseinsvorsorge.

Die Transformation der Energieversorgung stellt kommunale Verwaltungen vor enorme Herausforderungen. Tatsächlich müssen sich Entscheiderinnen und Entscheider in den Rathäusern mit zahlreichen neuen, bisweilen komplexen Fragestellungen auseinandersetzen. 38Vertreterinnen und Vertreter aus 21 Städten und Gemeinden des Landkreises nutzten deshalb die Gelegenheit, um sich bei den Stadtwerken Gießen (SWG) zu informieren. „Mit unseren Kommunalen Energietagen möchten wir den Verantwortlichen in den öffentlichen Verwaltungen zeigen, wie Kommunen die Energiewende aktiv mitgestalten können und worauf sie besonders achten sollten“, beschreibt Andreas Fuchs, Leiter Vertrieb bei den SWG, das Konzept der Informationsveranstaltung, die zum nunmehr fünften Mal stattfand.

Ganz nah am Bedarf

Das Angebot triff nach wie vor auf hohe Akzeptanz. „Offenbar wählen wir Themen aus, die für unsere Zielgruppe von hoher Relevanz sind“, freut sich Andreas Fuchs. Tatsächlich kommen im Wesentlichen kommunale Angestellte aus den Bereichen Klimaschutzmanagement, Bau- und Betriebshöfe, Bauverwaltung sowie Wasser- und Abwasserwirtschaft in die Lahnstraße, um sich die Vorträge anzuhören. Und um mitzureden. Denn der informative Teil der Veranstaltung endete erstmals mit einer Podiumsdiskussion, an der sich alle beteiligen konnten. Ihr Fokus lag auf der Kommunalen Wärmeplanung – einem Thema, das viele Verantwortliche in den Rathäusern noch immer vor hohe Herausforderungen stellt. Neben zwei SWG-Fachleuten saßen die Klimaschutz-Managerin der Gemeinde Fernwald und ihr Amtskollege aus Lich in der Podiumsrunde und teilten ihre Erfahrungen.

Vor dieser Diskussion standen fünf Vorträge auf der Agenda. Im Referat zur E-Mobilität ging der Experte auf Fragen ein, die für kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger von Bedeutung sind. Etwa welche Faktoren die Wirtschaftlichkeit einer öffentlichen Ladesäule beeinflussen, was bei der der Auswahl von Standorten zu berücksichtigen ist oder wie die SWG beim Betrieb und der Abrechnung helfen können.

Im Anschluss zeigte ein SWG-Spezialist anhand von erfolgreichen Praxisbeispielen, wie sich Batteriespeicher und Photovoltaik gerade in kommunalen Liegenschaften wie Kindergärten, Rathäusern oder Sporthallen ideal ergänzen. Auch das Thema Controlling und Optimierung des Energieverbrauchs stieß bei vielen auf großes Interesse. „Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, müssen die Verantwortlichen zunächst einmal wissen, wie viel wo verbraucht wird“, bringt es Andreas Fuchs auf den Punkt. Folgerichtig drehte sich dieser Beitrag um die verschiedenen Aspekte des kommunalen Energiemanagements – von der Datenerfassung mittels LoRaWAN-Technik bis zur visuellen Aufbereitung in einem Dashboard – etwa dem Energie-Cockpit der SWG. 

Die Ausführungen zum nötigen Umbau der Stromnetze verfolgten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ebenso gespannt. „Zwei Kollegen unserer Netztochter Mittelhessen Netz haben erklärt, was Stromnetze in Zukunft leisten müssen, damit die angestrebte Elektrifizierung in den Sektoren Mobilität und Wärme gelingt“, fasst Andreas Fuchs zusammen. Und auch dem letzten Beitrag mit dem Titel „Investitionsstau in der Wasserwirtschaft“ folgten die Besucherinnen und Besuche aufmerksam. War er doch mit einigen überraschenden Fakten gespickt. Etwa der Tatsache, dass laut Erhebungen eines Branchenverbandes deutschlandweit ein Investitionsstau in Höhe von 800 Milliarden Euro im Bereich der Trinkwasserinfrastruktur besteht.

Selbstverständlich gab es ausreichend Zeit, um Fragen zu den einzelnen Vorträgen zu stellen und sich auszutauschen. „Natürlich möchten wir in erster Linie informieren“, erklärt Andreas Fuchs und ergänzt. „Die Referate sollen aber immer auch als Impulse für anschließende Gespräche dienen. Denn so entsteht mit der Zeit ein Netzwerk, das dabei hilft, in den Austausch zu kommen und die bevorstehenden Aufgaben gemeinsam anzugehen.“ In diesem Sinnen setzen die SWG die Reihe fort. Die Planungen für die Kommunalen Energietage im Frühjahr 2026 laufen bereits auf Hochtouren.