SWG und DAV arbeiten weiter zusammen

Stephanie Orlik, aus dem SWG-Marketing und SWG-Unternehmenssprecher Ulli Boos.
Die Stadtwerke Gießen und die Sektion Gießen im Deutschen Alpenverein e.V. setzen ihre erfolgreiche Partnerschaft fort.
Die Berge für viele zugänglich machen und dabei die Natur schützen – seit mehr als 150 Jahren verfolgt der Deutsche Alpenverein (DAV) diese zentralen Ziele – mit rund 1,3 Millionen Mitgliedern und 365 regionalen Untergruppen. Eine davon ist die Sektion Gießen. Und ebendie hat sich einer besonders attraktiven Facette des Bergsports verschrieben: dem Sportklettern. Dazu betreibt der gemeinnützige Verein schon seit 2016 das DAV Kletter- und Boulderzentrum Gießen in der Rödgener Straße. Das Besondere daran: Hier treffen sich nicht nur Cracks, um senkrechte oder gar überhängende Wände mithilfe vergleichsweise winziger Griffe und Tritte zu bezwingen. „Bei uns finden regelmäßig Kurse für Anfängerinnen und Anfänger sowie speziell für Kinder und Jugendliche statt“, erzählt Klaus Ehgart, Vorsitzender der DAV Sektion Gießen. Darüber hinaus dient die Halle als Wettkampfstätte. Erst kürzlich kletterten 32 Mannschaften aus mittelhessischen Schulen um den Sieg beim Regionalentscheid. Seit Bestehen des Kletter- und Boulderzentrums unterstützen die Stadtwerke Gießen (SWG) die örtliche Sektion des DAV. „Der DAV macht den Klettersport vielen Menschen zugänglich – unabhängig von Geschlecht oder Alter. Solche Projekte unterstützen wir besonders gern“, begründet SWG-Unternehmenssprecher Ulli Boos die Verlängerung der Kooperation um weitere drei Jahre.
Mehr als Klettern
Aktuell zählt die DAV Sektion Gießen rund 3600 Mitglieder. Das macht sie zum größten Sport- und Naturschutzverein in Gießen mit einem regen Vereinsleben. Regelmäßig treffen sich Wandergruppen, einmal im Monat kommt es zu einer Ausfahrt auf dem Mountain- oder Gravel-Bike. Aber natürlich spielt auch das Sportklettern seit dem Bau der Halle eine wichtige Rolle. Tatsächlich gibt es acht Kinder- und Jugendgruppen. Die üben nicht nur an der künstlichen Wand, sondern fahren immer wieder raus, um unter Anleitung am echtem Fels Erfahrung zu sammeln. Dazu kommt noch die Wettkampfgruppe, in der Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 15 Jahren trainieren.
Um all dies zu finanzieren, reichen die Beiträge der Mitglieder und die Einnahmen aus dem Kletter- und Boulderzentrum bei Weitem nicht aus. „Ohne Sponsoren, wie die SWG, könnten wir unser Freizeit- und Bildungsangebot nicht aufrechterhalten“, bringt es Klaus Ehgart auf den Punkt. „Deshalb sind wir sehr dankbar dafür, dass uns die SWG weiterhin zur Seite stehen und uns bei unseren Aktivitäten unterstützen.“
Welchen Stellenwert das Klettern inzwischen vor allem bei Jüngeren hat, lässt sich an den Besucherzahlen ablesen. Rund 2300 Menschen kommen pro Monat in das Kletter- und Boulderzentrum Gießen. Viele davon sind unter 18 Jahre alt. Außerdem haben zahlreiche Studierende den attraktiven Sport für sich entdeckt. Aber auch rüstige Seniorinnen und Senioren erklimmen die mit bunten Griffen ausgestatteten Wände und halten sich auf diese Weise fit. Darüber hinaus richtet sich der DAV mit seinem Kletterzentrum an Schulen. Von Anfang an gehört es zum Konzept, dass sich Übungsleiterinnen und Übungsleiter des DAV aktiv für den Schulsport und Kletter-AGs einsetzen. „Das findet immer größeren Anklang“, freut sich Klaus Ehgart.
Werte vermitteln
Wie die meisten anderen Sportarten, hat auch das Klettern viele positive Effekte auf die persönliche Entwicklung junger Menschen. Der Sport fordert nämlich nicht nur den Körper – allem voran Kraft und Beweglichkeit –, sondern auch den Geist. Nur wer voll konzentriert zu Werke geht, kann sein Limit immer weiter verschieben. Und genau das stärkt das Selbstbewusstsein. Darüber hinaus lehrt das Sportklettern, Verantwortung zu übernehmen und anderen zu vertrauen. Es gilt die einfache Regel: Wer sichert, gewährleistet, dass die kletternde Person im Falle eines Sturzes vom Seil aufgefangen wird. Ohne Wenn und Aber. Und wer klettert, verlässt sich genau darauf.
Nicht zuletzt ist da noch ein weiterer, extrem wichtiger Aspekt: Spätestens wenn es an den echten Fels geht, kommt das Thema Naturschutz ins Spiel. Selbstverständlich vermitteln die Trainerinnen und Trainer den Kindern und Jugendlichen zunächst einmal die verschiedenen Techniken, die es braucht, um sich sicher an und in der Wand zu bewegen. Quasi nebenbei erklären sie ihren Schützlingen aber immer auch, dass Klettern in seiner ursprünglichen Form an Quarz, Sandstein, Kalk oder Granit nur dann eine Zukunft hat, wenn alle sorgsam mit der Natur umgehen. Und das verstehen schon die Kleinsten sehr schnell. „Auch in dieser Hinsicht ergänzen sich der DAV und die SWG in idealer Weise. Denn der Umweltschutz spielt bei uns seit jeher eine große Rolle“, fasst Ulli Boos zusammen.