Historisches

Eine mittelhessische Erfolgsgeschichte

Die Stadtwerke Gießen entstanden aus verschiedenen Unternehmen, die aus privaten oder städtischen Initiativen hervorgingen. Angefangen hat alles mit der Wasserversorgung. Sie reicht fast 170 Jahre zurück. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg, 1938, wurden die vier einzelnen städtischen Unternehmen, das Gas- und Wasserwerk, die Bäder, der Nahverkehr und das E-Werk zum städtischen Eigenbetrieb Stadtwerke Gießen zusammengeschlossen. 44 Jahre später, 1982, wuchs das Unternehmen um eine weitere Sparte: die Fernwärme.

Damit die Stadtwerke auch nach der Öffnung der Energiemärkte im Wettbewerb bestehen können, änderte sich 2002 die Rechtsform. Seit August 2002 sind die Stadtwerke Gießen eine Aktiengesellschaft, zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Gießen.

Zunächst parallele Entwicklung der einzelnen Unternehmen

1830

Erste städtische Wasserförderung, 350 Meter Rohrleitung werden verlegt

1855

Der "Gießener Gasbeleuchtungsvertrag" wird abgeschlossen

1856

Das Gaswerk geht in Betrieb

1885

Ausbau des Hubertusbrunnens, erster Gießener Wasserbehälter am Lutherberg, 16 öffentliche Brunnen werden versorgt

1886

Das Gaswerk wird Eigenbetrieb der Stadt

1887

Gründung des städtischen Gas- und Wasserwerks

1892

Dr. Oncken und Dr. Fuhr regen den Bau eines Hallenbades an

1894

Das Wasserwerk Queckborn und die 22 Kilometer lange Zubringerleitung gehen in Betrieb

1894

Erste "Pferdeomnibusse" pendeln zwischen Bahnhof und Grünberger Straße

1895

Gründung des Vereins Gießener Volksbad

1897

Die königliche Eisenbahndirektion Frankfurt plant, den Gießener Bahnhof elektrisch zu beleuchten

1898

Das "Gießener Volksbad" wird eingeweiht. Nach dem 1. Weltkrieg geht das Volksbad in städtisches Eigentum über

1899

Reichsbahn und Stadt einigen sich über den Bau einer zentralen Stromversorgung

1901

Das Elektrizitätswerk geht in Betrieb. Der Strom wird mit Wasserkraft und selbst erzeugtem Generatorgas produziert

1902

Eröffnung der Müller'schen Badeanstalt an der Lahn

1909

Die elektrische Straßenbahn fährt auf den beiden ersten Linien. Rot: Bahnhof–Schützenhaus. Grün: Bahnhof–Friedhof

1909

Um den Strombedarf der Straßenbahn zu decken, geht ein neues Maschinenhaus in Betrieb

1911

Die Gemeinden Krofdorf und Gleiberg erhalten Strom aus Gießen

1913

Eine parallele Zubringerleitung von Queckborn nach Gießen wird verlegt

1919

Inbetriebnahme einer Ammoniakanlage

1925

Erster Stromlieferungsvertrag mit der damaligen Preußische Kraftwerke Oberweser AG, später Preußen Elektra, heute E.ON

1927

Erweiterung des Gaswerks um eine Benzolanlage zur Kraftstoffgewinnung

1930

An der heutigen B49 entsteht Gießens dritter Wasserbehälter

1938

Zusammenführung von vier Unternehmen
Gründung der Stadtwerke Gießen als Eigenbetrieb der Stadt. Wasser-, Gas- und Stromversorgung sowie der Nahverkehr gehen darin auf

1944

Wasser-, Gas- und Stromversorgung brechen nach Luftangriffen zusammen

1947

Wiederaufnahme der Gasversorgung mit Hilfe der Verbundleitung Gießen-Wetzlar

1948

Eigenerzeugung von Stadtgas funktioniert wieder

1949

Die neue Linie 1 fährt von der Rödgener Straße nach Kleinlinden, mit der Linie 4 kommen die Gießener vom Bahnhof nach Heuchelheim

1950

Die Preußische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft liefert Strom nach Gießen.

1950

Die Linie 6 fährt von der City zum Schiffenberg

1953

Die Gießener Gasfabrik wird geschlossen. Anschluss ans Ferngasnetz der Ruhrgas AG.

1953

Auch die Straßenbahn stellt ihren Betrieb ein. Elektrische Oberleitungs-Busse übernehmen den Dienst

1955

Der neu gegründete Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke speist über ein Fernleitungsnetz ins SWG-Netz ein und trägt zur Deckung des gestiegenen Wasserbedarfs bei

1956

Eröffnung des Freibads in der Ringallee. Damaliger Name; "Freiluftschwimmbad in den Gänsewiesen"

1957

Die vier O-Bus-Linien werden auf Dieselbetrieb umgestellt

1959

Die dampfgetriebenen Pumpen im Wasserwerk Queckborn haben ausgedient und werden durch elektrische Kreisselpumpen ersetzt

1959

Beginn der Energieberatung

1964

Das Volksbad hat zwar den Krieg gut überstanden, muss jetzt aber der Altstadtsanierung weichen

1966

Das Umspannwerk Süd geht in Betrieb

1967

Die Stadtwerke stellen von Stadtgas auf Erdgas um. Die Umstellung ist 1969 abgeschlossen

1968

Das Hallenbad Ringallee wird neben dem bestehenden Freibad eröffnet

1969

Alle Omnibusse fahren mit Diesel

1970

Neue Linie 7: Philosophenwald–Hardtallee

1971

Neuer Wasserbehälter auf dem Schiffenberg wird eingeweiht. Fassungsvermögen 10.000 Kubikmeter

1974

Das Umspannwerk Ost geht ans Netz

1975

Neuer Tiefbrunnen mit Filteranlage an der B49

1977

Neuer Hochbehälter an der B49, Fassungsvermögen 10.000 Kubikmeter

1977

Einweihung des Westbads

1980

Die Stadtwerke nehmen ihre Rundsteueranlage in Betrieb. Ab jetzt ist es möglich, einzelne Versorgungsbereiche – etwa Straßenzüge – von der Netzleitstelle aus zu schalten

1982

Erstmals liefert ein Blockheizkraftwerk (BHKW) in Gießen Strom und Wärme. Es steht im Badezentrum Ringallee. Dabei entsteht ein neues Geschäftsfeld der Stadtwerke Gießen: die Fernwärmeversorgung

1982

Die SWG planen und bauen ihr erstes eigenes Umspannwerk, das UW Lumdatal

1984

In der Weststadt entsteht ein weiteres BHKW mit fünf Modulen

1985

Das Hallenbad Ringallee wird um eine Attraktion reicher: die 62 Meter lange Riesenrutschbahn

1985

Die SWG versorgen das US-Depot mit Wärme. Vor Ort arbeitet eine Gasturbine für die Wärmegrundlast

1988

Die SWG kaufen die 100-kV-Anlagenteile der Umspannwerke Nord, Süd und Ost vom Vorlieferanten, der Preussen Elektra

1989

In Staufenberg entsteht ein weiteres BHKW

1990

Im Heizwerk der Universität gehen zwei Gasturbinen in Betrieb

1992

Die ersten Straßenzüge Annerod werden mit Fernwärme versorgt

1992

Die Stadtwerke übernehmen die Gasversorgung in Annerod

1993

In der Lahnstraße und in Heuchelheim gehen BHKWs in Betrieb

1994

Die Stadtwerke nehmen das Umspannwerk West auf dem Werksgelände in der Lahnstraße in Betrieb. Es ist das erste und bisher einzige UW mit einer 110-kV-SF6-Schaltanlage

1994

Eröffnung des infoZentrums am Marktplatz

1995

Die Stadtwerke übernehmen das Stromnetz in Lützellinden

1998

Der Strommarkt wird liberalisiert

1999

Auch die Stromnetze von Launsbach und Wißmar kommen zu den Stadtwerken. "PowerPack" und "Balance Naturstrom" gehen an den Start. In der Struppmühle produzieren die SWG Naturstrom aus Wasserkraft. Die Anlage erzeugt rund 15.000 Kilowattstunden Strom im Jahr.

2000

Das Service-Center ist von 7 bis 19 Uhr erreichbar

2001

Die Stadtwerke beziehen Teile ihres Strom an der Strombörse

2002

Die Stadtwerke ändern ihre Rechtsform: vom städtischen Eigenbetrieb zur Aktiengesellschaft

2002

Die Stadtwerke feiern 100 Jahre Stromversorgung in Gießen

2002

Die Stadtwerke haben ein neues Motto: Ihr Leben - unsere Energie

2003

Die Stadtwerke kaufen die Verkehrsbetriebe Pfeiffer GmbH und beteiligen sich mit 51 Prozent an der Heizkraftwerk Gießen GmbH

2004

Stadtwerke eröffnen an der Aral-Tankstelle in der Marburger Str. eine Erdgastankstelle

2004

Stadtwerke schließen mit der Gemeinde Buseck und der Stadt Grünberg Verträge über die Wasserlieferung ab

2005

Die Stadtwerke kaufen das Elektrizitätswerk Hammermühle in Selters

2006

150 Jahre Gasversorgung in Gießen - ein Grund zum Feiern

2010

TREA - Thermische Reststoff- und Energieverwertungsanlage geht in den Regelbetrieb

2010

Gründung der fünfwerke GmbH aus dem Zusammenschluss der Stadtwerke Gießen, Göttingen, Limburg, Marburg und Wetzlar.

2010

Gründung der Biogasanlage Buseck GmbH

2012

Im Mai wird das neu gestaltete SWG Kundenzentrum am Gießener Marktplatz nach 15 Monaten Umbau wieder geöffnet